Presse- und Reiseberichte

geo-screenshot


Durch Vietnam zu reisen ist wie ein Frontalangriff auf die Sinne. Zu ungewohnt die Geräuschkulisse, die ewig knatternden Mopeds, die teils ruppige Sprache, die intensiven Gerüche auf Märkten, das Essen und der manchmal doch recht gewöhnungsbedürftige hygienische Standard. Kurzum: Es ist alles komplett anders als bei uns – und wirkt dadurch faszinierend und rätselhaft zugleich. Unterwegs habe ich manchmal Dinge gesehen oder erlebt, die ich mir durch meine westliche „Brille“, wie man sagt, nicht erklären konnte. Hier hätte ich mir gelegentlich einen Landeskenner an meiner Seite gewünscht, der einige Eigenheiten erklärt. Meine Fragen habe ich nach der Reise aufgeschrieben und die Vietnamesin Hong-Yen Le um Aufklärung gebeten.

1. Markt-Nichteinkäufe

Manchmal beschleicht mich das Gefühl, als wenn bestimmte Märkte exklusiv für westliche Gäste abgehalten werden, so etwa der Ben Than Markt in Ho Chi Minh City (einer der größten Märkte in der Stadt, in dem früher oder später fast jeder Tourist einmal landet). Kaum schiebe ich meinen ersten Flip-Flop in die Halle, surren die Verkäuferinnen um mich herum. „Madam, wanna buy T-Shirt“, „Madam look here“, „Madame buy coffee“, sie zippeln an meinen Rock herum, halten mich am Arm fest, zupfen und zerren und halten Textil unter meine Nase. Egal wie starke Nerven man hat – und wie groß der Wunsch nach Shopping ist, ich halte diese Bedrängnis nicht lange aus und stürme an allen Ständen vorbei. In meinem Einkaufskorb liegen am Ende der Reise durch Vietnam: ein Küchensieb, zwei Kochlöffel und Plastikschälchen. Gekauft im Supermarkt, wo mich niemand beim Stöbern störte. Wie hält der Vietnamese dieses intensive Markt-“Erlebnis“ aus? Oder anders gefragt: Warum lässt einen keiner in Ruhe einkaufen?

Hong-Yen Le: Die Antwort ist ganz einfach: Es geht ums Überleben! Die Menschen haben kein soziales Netz, kein Amt, das sie mit Geld unterstützt, wenn sie arbeitslos werden. Mit dem Geschäft müssen sie meist die gesamte Familie versorgen. Daher ist das Verkaufen so aufdringlich, weil jeder Cent dringend benötigt wird. Wer wie ich aus Vietnam kommt, kennt die Armut, die dahinter steckt. Touristen werden besonders oft angesprochen, da sie höhere Einnahmen bedeuten. Mein Rat: Locker bleiben und daran denken, dass man mit einem Einkauf womöglich schon für „das Geschäft des Tages“ gesorgt hat.

2. Same same, but different

GEO.de-Redakteurin Bianca Gerlach mit landestypischer Speise: der Nudelsuppe Pho

Ich lasse mir einen Mantel in der für eine Vielzahl an Schneidereien bekannten Stadt Hoi An maßschneidern. Das Muster hängt im Schaufenster der Schneiderei, passt und soll in einer anderen Farbe neu genäht werden. Der fertige Mantel kommt in Größe Zero, Ausatmen zwecklos, der Gürtel – im Muster auf Hüfthöhe – klebt nun direkt unter der Brust, die Knöpfe sind braun statt schwarz. „Vietnamese women like“, wird meine Reklamation gemildert. Mag sein, aber soweit ich es beurteilen kann, bin ich keine Vietnamesin. Das versteht die Schneiderin dann auch – und ändert den Mantel, und noch einmal. Das Ergebnis: Ich kann zwar im Mantel atmen, die Knöpfe bleiben braun, der Gürtel sitzt – tiefer. Ich gebe auf. Geben vietnamesische Frauen auch so schnell auf?

Hong-Yen Le: Als erstes muss man wissen: Vietnamesen tragen ihre Kleidung gerne eng am Körper. Je enger, desto besser könnte man meinen. Kleidung wird daher für westliche Standards meist etwas zu eng geschneidert – oder sie läuft später so sehr ein, dass nach dem Waschen nichts mehr passt. Denn: Viele waschen ihre Wäsche mit der Hand und mit kaltem Wasser. Am besten man sagt der Näherin gleich, dass sie die Teile größer schneidern soll. Mit Aufgeben hat das Ganze also nichts zu tun, sondern mit Gewohnheit.

3. Feilschen – oder nicht feilschen?

„For you only 100 000 Dong“, „I make special price for you…“ Typische Sätze beim Einkauf in Vietnam, sehr typisch. Um eines vorweg zu sagen: Klar haben wir Westler mehr Geld als die Marktfrau und der Schneider und der Souvenirverkäufer, und daher ist es auch vollkommen in Ordnung, tendenziell etwas mehr zu zahlen als der Einheimische. Aber beschupsen lässt sich trotzdem keiner gern. Daher gilt es bei solchen Spezialangeboten – „einzig allein für mich“ – zu feilschen. Nur wie macht man es richtig? Besonders wenn man die Preise nicht kennt, nicht weiß, ob ein Kilo Mangos nun umgerechnet drei Euro kostet – oder womöglich nur die Hälfte – oder noch weniger? Und wo ist Feilschen eigentlich angebracht? Bei Lebensmitteln? Nur auf dem Markt? Beim Wasserkauf auf der Straße? Beim Schneider? Besonders verwirrt hat mich auf der Insel Phu Quoc, dass manchmal selbst der Feilsch-Trick nicht funktionierte: Bei der Preisangabe empört aufblicken, energisch mit dem Kopf schütteln, weggehen und hoffen, dass man ein leises „Okay, Madam, how much?“ hört. Feilscht man womöglich gar nicht in Vietnam?

Hong-Yen Le: Das Feilschen gehört bei uns einfach dazu. Anders als hier in Deutschland, wo alles mit festen Preisen ausgezeichnet ist. Eine Faustregel zum Feilschen gibt es allerdings leider nicht. Man sollte die Preise am besten als erstes in Euro umrechnen, dann abschätzen, ob der Preis realistisch klingt (das ist nicht der Fall, wenn er höher als in der Heimat ist) – und dann nach Gefühl handeln. Einen besseren Tipp habe ich leider auch nicht. Auf Phu Quoc kann es sein, dass der Preis womöglich schon sehr niedrig angesagt war. Die Dinge müssen kostspielig auf die Insel gebracht werden, da war vermutlich einfach kein Handlungsspielraum drin. Ansonsten auch hier der Ratschlag: Locker bleiben. Ein paar Dong mehr schaden Ihnen nicht, den Menschen vor Ort aber helfen sie viel.
Anzeige

4. Deko – oder Werkzeug?

Ich mache Sightseeing in Hanoi. Mr. Thang, mein Guide, schnappt sich meine Karte, fährt mit dem Finger über die Viertel und erklärt, wo wir sind. Dabei unübersehbar: sein überdimensional langer, zwei Zentimeter etwa, leicht gelblich gefärbter, spitz zulaufender Nagel am kleinen Finger. Nicht nur Mr. Thang trägt seinen kleinen Nagel gerne XXL, auch viele andere Männer im Land. Der menschliche Bohrer ist scheinbar nicht nur Deko – auch Werkzeug. Die praktische Fingerverlängerung wird gerne zur Körperhygiene (Ohren, Nase) und Massage (Kopf) benutzt. Wieso tragen gerade Männer ihre Nägel extralang?

Hong-Yen Le: Sie haben die Frage bereits selbst beantwortet: als Werkzeug für die Ohren und Nase! In Vietnam gibt es keine Wattestäbchen, daher ist der Fingernagel praktischer Ersatz – was ich persönlich ziemlich eklig finde.

5. Milch statt Cola

Es sei der letzte Schrei, wurde mir gesagt. Hippe Vietnamesen, die das In-Getränk schlechthin ordern: Vollmilch. Am liebsten eiskalt und mit einem ordentlichen Schuss Zucker. In der Tat: Ich sehe etliche Youngsters, gestylt mit coolen Sonnenbrillen bei 35 Grad im Schatten über dem Milchglas sitzen und frage mich: Ist Milch die neue Cola?

Hong-Yen Le: Cola ist nach wie vor in. Doch Milch ist das Getränk für die Reichen. Während normale Menschen keine Milch trinken, da sie es nicht leisten können, präsentieren Wohlhabende ihren Status mit der Milch aus dem modernen Westen. Man fällt damit auf – und Auffallen ist cool.

6. Hocke mit Haltung

Der Vietnamese hockt. Egal, wohin man schaut. Den Hintern knapp über den Boden balancierend, die Knie dabei leicht aneinander gepresst. Stundenlang und überall. Auf Märkten, an Straßenrändern, am Hafen, in Hotels. Wie halten die Leute das aus? Und warum nehmen sie nicht einfach einen Hocker mit?

Hong-Yen Le: Lange hocken ist reine Übungssache. In Vietnam ist oft kein Stuhl in der Nähe, deshalb hockt man einfach. Wir hier in Deutschland können es nicht, weil wir es nicht gewohnt sind. Die Vietnamesen nutzen schon Stühle, wenn welche in der Nähe sind. Aber es gibt auch Arbeiten, welche man nur am Boden ausbreiten kann aus Platz- oder Tischmangel, etwa auf den engen Märkten. Da muss man tief sitzen, um gut arbeiten zu können – und Bücken wäre noch viel beschwerlicher. Also ist die logische Folge: Man hockt!
4055499f1d043423a4be8fdbe3a05ba8
Bob Krist/Corbis

7. Helme – das Superaccessoire?

Jeder Moped-Fahrer trägt Helm. Das überrascht. Denn als ich das letzte Mal in Vietnam war, waren Fahrer mit Helm in aller Regel Austauschstudenten aus Europa und den USA. Mittlerweile scheint Fahren ohne Helm aus der Mode gekommen sein. Oder ist der Helm nun Mode? Denn die Vielfalt an Designs ist überragend. Kinder tragen Helme in Marienkäferform (inklusive kleiner Drähte für die Fühler, die im Fahrtwind von links nach rechts baumeln), Eltern Militärhelme und Kopfbedeckungen, die eher an Sonnenhüte samt Krempe erinnern als an eine schützende Schicht. Und wenn der Helm erstmal auf dem Kopf sitzt, bleibt er auch dort: Der Vietnamese trägt ihn auf der Fähre, beim Fischen, beim Check-In am Flughafen und im Café. Sind Helme so etwas wie ein Modeaccessoire?

Hong-Yen Le: Vor etwa zwei oder drei Jahren war Helmtragen noch keine Pflicht. Der Helm an sich ist neu, und alles, was neu ist, ist auch angesagt. Hinzu kommt, dass der Vietnamese ziemlich eitel ist und auf sein Äußeres achtet. Ein Helm ist kein Helm, er ist ein Accessoire und muss besonders gut aussehen. Die Vietnamesen erfreuen sich sehr an solchen Dingen, die aus dem Westen kommen.

8. Thank you for thanking you

Bei jedem Löffel, jeder Serviette, jedem Getränk und natürlich der Hauptspeise, die sie auf meinen Tisch stellt, sagt die Kellnerin „thank you“. Auch ich sage „thank you“, weil man das so macht als höflicher Mensch. Sie sagt „thank you“ für die Karte, „thank you“ für die Getränke, „thank you“ fürs Abräumen. Auch andere Kellner und Kellnerinnen bedanken sich immerzu, ohne, dass ich etwas für sie getan hätte. Nach den ersten „thank you“-Gewittern schaue ich mir die Vietnamesen an den Nachbartischen an. Nichts. Kein Gast, kein Kellner sagt „thank you“. Es schaut noch nicht einmal jemand auf, wenn Teller gebracht oder abgeräumt werden. Ich bin ratlos. Sagt man hier eigentlich gar nicht danke?

Hong-Yen Le: Tatsächlich sagt man hier nicht unbedingt danke – sondern nutzt stattdessen viel Gestik und Mimik. Ich vermute, die Kellnerin wusste nicht, ob Sie ihre Gestik verstehen und war unsicher, was sie sagen sollte. Da viele nicht sehr gut Englisch sprechen, sagt sie dann halt sehr oft „thank you“, um die Situation aufzulockern.

Reisebericht
Mein Mekong Delta & Phu Quoc die Badeinsel

von Hong-Yen Le

Meine erste Reise nach Vietnam war sehr spannend. Die Ankunft am Flughafen Saigon (Hochiminh Stadt) war nach so langer Zeit sehr aufregend. Ich wusste, dass meine Verwandten auf uns warteten. Als ich sie wieder sah, waren meine Gefühle so überwältigend. Meine Verwandten und ich hatten uns nicht umarmt, da dies bei uns nicht üblich ist. Körperliche Kontakte in der Öffentlichkeit sind eher verpönt und gelten als unhöflich. Vietnamesen tun sich schwer Gefühle zu zeigen. Wir fuhren von Saigon Richtung Tan Hiep. Meine Heimatstadt liegt ca. 15 Minuten Autofahrt entfernt von My Tho, einer Stadt am Mekong-Fluss. Nach einigen Tagen der Geselligkeit machten wir mit 11 Personen aus der Verwandtschaft, Tante, Onkel und Cousine die Tour zum Mekong Delta. Für ein paar von ihnen war es das erste Mal, dass sie „Urlaub“ machten. Eine Art Urlaub machen wie in Deutschland, so etwas kennen sie nicht. Man konnte ihnen deutlich ansehen, dass sie die Reise genossen und sehr zufrieden waren. Noch in der Abenddämmerung wurden wir abgeholt und ins Mekong Delta gefahren. In Vietnam zu fahren ist nie langweilig, es gibt links und rechts immer etwas zu beobachten. Schüler in Uniformen, die mit dem Fahrrad zur Schule oder nach Hause fahren. Die Uniformen der Mädchen heißen „Ao Dai“, es handelt sich hierbei um ein weißes, langes Kleid. Es hat seitlich an der Hüfte Schlitze, die bis zum Ende des Kleides reichen. Dazu hat es einen hohen Kragen und lange Ärmel. Unter dem Kleid tragen die Mädchen eine weite und ebenfalls weiße Hose. Der Stoff ist weich und fließend. Ich behaupte, die Vietnamesen haben die schönsten Schuluniformen für die Mädchen in der Welt. Es macht sie sehr feminin. Der Kontrast der weißen Farben zu den Farben der sattgrünen Reisfelder ist eine Augenweide. Die Jungen tragen dunkelblaue Hosen zu einem weißen Hemd. Außer den Kindern sieht man an den Straßenrändern z.B. Händler mit Körben voller Obst oder anderen Waren, Handwerker, die ihre Sachen reparieren oder auch einen Friseur, der in der Hängematte liegt und auf seine Kunden wartet.

Um den Schwimmenden Markt zu besuchen, muss man sehr früh hinfahren, da das Spektakel etwa um 9 Uhr morgens endet. In Can Tho angekommen, fuhren wir mit einem kleinen Motorboot zum Schwimmenden Markt von Cai Rang. Während der Fahrt sieht man Kinder im Mekong-Fluss herumtollen oder Frauen, die im Wasser des Mekong ihre Wäsche waschen. Der Mekong Fluss hat eine gelbe Farbe. Die Farbe kommt von dem Schlamm, der den Boden so fruchtbar macht. Das Mekong Delta ist auch sehr bekannt für seine Obstplantagen, da der Boden fruchtbar ist; alles was es so gibt, wächst und gedeiht. Wenn Sie hier sind, sollten Sie unbedingt so viele exotische Früchte wie möglich probieren – eine solche Gelegenheit bekommt man selten.

Der Schwimmende Markt von Cai Rang ist der größte in dieser Gegend. Schon sehr früh am Morgen kommen die Händler mit voll beladenen Booten. Im Beladen von Fahrzeugen oder Booten sind die Vietnamesen Weltmeister. Es wird alles bis zum Gehtnichtmehr voll gepackt, so dass die Frage aufkommt „wie machen die das?!“. Auf jedem der Boote gibt es einen langen Stock, an dessen Ende die Ware befestigt wird, die der Händler verkauft. So kann man vom weitem erkennen, auf welchem Boot man welche Ware kaufen kann. Es ist sehr lustig anzusehen. Sehr viel Obst und Gemüse wird verkauft, aber auch alle möglichen anderen Dingen, von Haushaltswaren und Bekleidung bis hin zur Garküchen.

Ein weiteres Highlight auf dem Mekong ist es, eine kleine „Kreuzfahrt“ zu machen. Es handelt sich hierbei nicht um einen Luxusliner, sondern vielmehr um traditionelle Boote. Sie sind klein, dabei aber sehr gemütlich. Wenn Sie vor Einbruch der Abenddämmerung auf dem Deck des Schiffes sitzen, das gemächlich den Mekong entlang schippert, genießen Sie bei einem Cocktail die wunderschöne Landschaft mit ihren wunderbaren Menschen.

Einige Tagen später machten wir einen Ausflug zu der Insel Phu Quoc, auch wieder mit denselben 11 Leuten. Vietnamesen reisen nicht gerne alleine oder zu zweit – je größer die Gruppe ist, desto besser! Von Saigon aus flogen wir nach Phu Quoc, nach etwa einer Flugstunde kamen wir auf Phu Quoc an. Da wie bereits erwähnt einige meiner Verwandten noch nie in ihrem Leben verreist waren, geschweige denn mit dem Flugzeug, war es für sie ein ganz besonderes Erlebnis. Vor dem Flugzeug mussten natürlich noch ein paar Erinnerungsbilder gemacht werden, damit sie später ihren Nachbarn stolz zeigen könnten, dass sie schon mal geflogen sind. Auf Phu Quoc angekommen, konnte der Spaß beginnen! Unser Hotel war direkt am Meer. Unser Reiseleiter war sehr kompetent und lustig zugleich. Am ersten Tag hatte er noch mit Ernst seinen Job gemacht und uns zum Markt geführt, der sehr belebt war, sowie zu einigen schönen Pagoden und zum Wasserfall. Phu Quoc bezeichnet man auch als „Klein Vietnam“, weil es auf der Insel alles gibt, was es auf dem Festland gibt. Nach dem ersten Tag konnte der Reiseführer uns so einschätzen, dass wir eine lustige Truppe waren, und von diesem Moment an war er auch lockerer zu uns und erzählte uns einen Witz nach dem anderen. Aber auch so hatten wir die ganze Zeit über sehr viel gelacht, bis ich sogar Muskelkater am Mund hatte. Die Vietnamesen sind ein fröhliches Volk, sie lachen gerne. Aber unser Reiseleiter hatte uns natürlich nicht nur Witze erzählt, sondern uns während dessen auch zu interessanten Orten geführt, wie z.B. einer Perlenfarm, zu den Pfefferplantagen oder zu den schönen einsamen Stränden, wo man schwimmen gehen kann. Nach Phu Quoc kommt man inzwischen vom Mekong aus, ohne zurück nach Saigon (Hochiminh Stadt) fahren zu müssen. Flugverbindungen gibt es von Can Tho (Flugdauer ca. 45 Minuten) oder man nimmt von Rach Gia aus die Fähre, die ca. 3 Stunden braucht. Auf Phu Quoc selbst gibt es zurzeit nicht so viele Unterkünfte – gut für die Umwelt, schlecht für die Wirtschaft. Hotels in allen Kategorien, für den kleinen aber auch für den großen Geldbeutel. In der Hochsaison zum Winter hin von November bis März, sollten Sie unbedingt die Unterkünfte lange im Voraus buchen, da zu diesen Zeiten die Nachfrage weitaus größer ist als das Angebot! Phu Quoc gilt als ein Geheimtipp, die Insel ist nicht von Touristen überlaufen, manche Straßen sind nicht asphaltiert, sodass man auf einigen holprigen Straßen fährt. Noch kann man sich auf der Insel wie Robinson Crusoe fühlen. Ich hoffe, dass die Regierung die Insel in Zukunft nicht zum „Ballermann 6“ werden lässt. Das Natürliche ist der Reiz der Insel.

Reisetagebuch
Myanmar – Eine Reise durch ein ehrwürdiges Land

von Hong- Yen Le, im Mai 2014

Myanmar ist ein Traumziel, welches wir schon lange unbedingt besuchen und erleben wollten. Jetzt endlich haben wir die Traumreise realisiert und sind von dieser Reise begeistert zurück. Unsere Erlebnisse berichten wir Ihnen um Sie anzuregen, sich ebenfalls eine solche Reise durch ein „paradiesisches Land“ zu gönnen und sich durch unsere Begeisterung und geschilderten Erlebnisse hierzu anstecken zu lassen.

Myanmar, eine Reise die Sie unbedingt erleben sollten!

1. Tag
Wir flogen am Nachmittag mit Vietnam Airlines von Frankfurt über Saigon nach Yangon in Richtung unseres Traumziels Myanmar. Es war ein ruhiger Flug. Wir waren immer wieder fasziniert von den majestätischen Wolkenteppichen unter uns und der klaren Kühle und Weite darüber. Uns fiel spontan das Lied von Reinhard May ein: „Über den Wolken muss die Freiheit grenzenlos sein!“ Wir verstanden in diesen Momenten das Lied besonders! Das Gefühl ging unter die Haut und der Beginn unserer Reise konnte kaum schöner und eindrucksvoller sein.

2. Tag
Gegen 11 Uhr morgens landeten wir planmäßig in Yangon, der größten Stadt in Myanmar. Der Flughafen ist nicht so sehr groß, dadurch überschaubar und mit kurzen Wegen. Unsere Reiseleiterin und der Fahrer warteten bereits vor der Ankunftshalle des Flughafens auf uns. Nach der Fahrt in die Stadt konnten wir in unserem Hotel in Yangon unmittelbar einchecken und hatten eine knappe Stunde Zeit, um frisch die Tagesaktivitäten anzugehen.

Yangon, unser erstes Ziel in Myanmar, liegt in einem sehr fruchtbaren Delta im Süden von Myanmar am Yangon Fluss. Die Stadt zeichnet sich durch schattige Boulevards und hoch über den Bäumen schimmernde Stupas aus.

Es ging los mit der Hotelbesichtigung des „The Governors“, ein sehr schönes, individuelles Luxushaus, aber dezent. Das Hotel hat eine „Seele“ und trifft genau meinen Geschmack. Wer etwas mehr Geld ausgeben kann, sollte hier übernachten.

Mit Jetlag geht es weiter mit der Besichtigung des Nationalmuseums. Museen hören sich im Allgemeinen langweilig an, aber um das Land und die Menschen zu verstehen, sollte man gerade Museen ansehen. Sie vermitteln die Geschichte und die Epochen des Landes eindrucksvoll.

Das berühmteste Ausstellungsstück im Nationalmuseum ist, neben Juwelen, alten Schwarzweißfotos, Opiumgewichten der Hitha und alten Schrifttafeln, der 8 m hohe „Sihasana Löwenthron“ des „Thibaw Min“, des letztes Königs von Burma.

Unsere Reiseleiterin machte ihren Job sehr gut. Sie konnte uns sehr viel über die Geschichte von Myanmar erzählen. So konnten wir uns schon mal ein Bild über die Menschen und das Land machen. So z.B. erfuhren wir, dass Myanmar früher unter englischer Herrschaft war und Könige das Land beherrschten.

Weiter besuchten wir den „Bogyoke Aung San Market“, der auch als Scott Market bekannt ist. Hier gibt es vielfältigste Waren die man kaufen kann, die sehr schön und günstig sind. Leider waren wir von der Zeitumstellung noch sehr müde, sodass wir nicht mehr recht viel Lust auf Shoppen hatten. Was wieder zu schade war, da der Markt am nächsten Tag, am Montag, geschlossen hat. Wir wären gerne noch länger über den Markt geschlendert um die Atmosphäre zu genießen.

Der erste Tag in Myanmar. Wir sind überwältigt von den ersten Erlebnissen und Eindrücken.

Wir sinken glücklich erschöpft in den ersten Schlaf in diesem besonderen Land.

3. Tag
Heute Morgen waren wir viel fitter als gestern und wir freuten uns auf den Tag, auch wenn wir nicht wussten, was uns alles erwartet. Beim Frühstück ließen wir noch einmal den gestrigen Tag Revue passieren und diskutierten freudig und erwartungsfroh, welche Erlebnisse uns heute bevorstanden.

Zuerst musste jedoch die Arbeit getan werden. Wir inspizierten das „Avenue6 Hotel 4*. Das 4* Hotel wurde erst letztes Jahr eröffnet. Es ist sehr modern, hat ein Spabereich, ein modernes Fitnesscenter und sehr schöne Zimmer. Leider ist das Hotel außerhalb gelegen, sodass die Fahrt in die Stadt ca. 40 Minuten dauert.

Danach besichtigten wir die „Sule Pagode“. Am Eingang der Pagode kann man Vögel kaufen, um sie später frei zu lassen. Dies ist religiöser Brauch. Mir taten die Vögel so leid, sodass ich am Käfig schnell vorbei ging. Die Pagode ist im Kreis gebaut und man konnte von mehreren Seiten hineingehen. Charakteristisch ist ihre goldene 48 Meter hohe goldene Kuppel. Typisch für die Pagode ist auch ihr achteckiger Stupa, der diese Form bis hinauf zur Spitze beibehält.

Weiter besuchten wir die „Botataung Pagode“ mit ihrer begehbaren Stupa und den großen liegenden Buddha in der „Chaukhtatgyi Pagode“. Beide sind sehenswert.

Der Höhepunkt der Besuche war die 2.500 Jahre alte „Shwedagon Pagode“! Das ist nicht irgendeine Pagode, das ist die Pagode schlecht hin! Sie ist der Höhepunkt jeder Besichtigungstour in Yangon. Wir hielten uns sehr lange dort auf. Die Anlage ist sehr groß und ein Stupa ist schöner als der andere. Es waren sehr viele Burmesen zum Beten da. Auch Pilgergruppen haben wir gesehen.

Die Atmosphäre in der Pagode macht insbesondere ihre Besonderheit aus. Es wirkte alles sehr authentisch. Die Menschen sind sehr gläubig und sie verehren Buddha. Man merkt ihre Liebe zur Religion. Anmutig saßen sie auf dem Boden und beteten, man merkte, sie sind glücklich nahe bei „Gott“ bzw. bei „Buddha“ zu sein. Alles was sie machten war so echt und liebevoll. Die Menschen in ihrer Art und Weise hatten uns in ihren Bann gezogen. Wir waren sehr fasziniert und auch glücklich, dass wir diese besonderen Momente miterleben durften.

Unser Glück war auch, dass wir verschiedene Zeremonien miterleben durften. An diesem Tag wurde gefeiert, wie ein kleiner Junge zum Novizen geweiht wurde. Im Leben eines Mannes sollte er zweimal Mönch werden. Er kann jedoch entscheiden, wie lange er als Mönch in der Pagode leben möchte. Zu den Feierlichkeiten werden Freunde und Verwandte eingeladen mit zur Pagode zu kommen. Man kleidet sich sehr schick an, geht in Reihen, hat Opfergaben und Blumen dabei. Der Junge wird getragen und wie ein kleiner König gekleidet.

Burmesen sind sehr gut gekleidet, vor allem die die Frauen. Ihre Kleider sind wunderschön, ein langer Rock, auch als „Longi“ bekannt, mit passendem Oberteil. Die Stoffe sind fließend. Sie haben schöne Verzierungen und die Farben leuchten. Einfach sehr schön anzusehen!

Als Tourist unterscheidet man sich doch sehr mit der eigenen einfachen und vielfach blassen europäischen Kleidung. Achtung! Als Tourist sollten Sie wirklich schöne und stilvolle Kleidung mitbringen, um damit den Einheimischen zu zeigen, wie sehr Sie Ihre Kultur schätzen. Manchmal sehe ich leider „leichtbekleidete“ Touristen, die die Kultur noch nicht so richtig verstanden haben und sie unabsichtlich nicht respektieren. Da schämt man sich schon fast für sie.

Als am Abend die Beleuchtungen erstrahlten, war die Stimmung sehr schön. Ich hatte gedacht „ich träume“, so schön war die Shwedagon Pagode“. Ein Muss auf dieser Reise!

Wenn Sie noch die Zeit haben, versäumen Sie es nicht, den „Inya See“ zu besuchen! Wenn Sie etwas authentisch erleben möchten, kommen Sie zum Inya See und genießen eine Tasse Tee oder Kaffee unter den Einheimischen. Ein tolles Erlebnis. Der Tee schmeckt wunderbar. Unbedingt probieren! Die beste Besuchszeit ist der Nachmittag, denn abends gibt es viele Mücken am See.

4. Tag
Am Morgen setzten wir unsere Reise fort und flogen von Yangon nach Bagan. Nach der Ankunft fuhren wir direkt zum „Hotel Bagan Lodge“. Die Fahrt dorthin dauerte 20 Minuten.

Schon kurz nach Beginn der Fahrt zum Hotel kamen wir aus dem Staunen nicht mehr heraus. Links und rechts waren hunderte von kleinen und großen Pagoden zu sehen. Sie lagen zwischen den Bäumen. Zählen konnte man sie nicht, denn es waren Unzählige und sie schmücken die Straße. Ich sagte dann noch „Das ist ein Land der Götter! Wenn Gott ein Land erschaffen hat, dann ist es Myanmar“!

Im Bagan Lodge blieben wir für zwei Nächte. Es handelt sich um ein neues Hotel, gebaut wie eine Lodge in der Savanne. Das Zimmer war riesig, modern und geschmackvoll eingerichtet. Hier fühlten wir uns sehr wohl.

Danach fuhren wir wieder eine Pagode besichtigen. Übrigens eine von vielen, die wir besichtigen werden! Aber wir konnten nicht genug davon haben, Pagoden und Mönche zu sehen. Auf die erste Pagode konnte man hinaufsteigen um einen schönen Blick zu bekommen.

Bei der Hälfte des Aufstiegs musste ich umkehren, da ich Höhenangst habe. Die Stufen waren schmal und es gab kein Geländer zum festhalten. Obwohl ich es nur bis zur Hälfte geschafft hatte, konnte ich die schöne Aussicht noch genießen. Es war wunderbar!

Bis zum Abend besichtigten wir weitere wichtige Pagoden, eine schöner als die andere. Hinter jeder Pagode steckt eine Geschichte. Die Großen wurden von Königen gebaut. Sie sind nicht kitschig, sondern stilvoll und haben vom Material her eine Ähnlichkeit mit den Tempeln in Angkor. Sie liegen wild in der Natur, sodass es mystisch wirkt. Es ist ein fantastisches Gefühl sie zu sehen! Ich hatte nicht mit dem Ausmaß gerechnet. Diese Schönheit machte mich sprachlos.

Ich begann langsam mich in dieses Land zu verlieben.

Vom Dach der „Shwesandaw Paya Pagode“ beobachteten wir noch den Sonnenuntergang. Es ist das erste Monument in Bagan, wo man über Treppen von den quadratischen unteren Terrassen zur runden Basis der Stupa gelangen kann.

Man darf keine Höhenangst haben, um auf die Pagode zu klettern. Der Aufstieg war schwierig, jedoch war jeder Blick aus den verschiedenen Höhen sehr sehenswert. Natürlich waren hunderte Menschen auf der Pagode und wollten den Sonnenuntergang beobachten. Zum Glück hatten sich die Wolken verdichtet, sodass die meisten Menschen dachten, es gäbe keinen Sonnenuntergang zu sehen. So kletterten viele schon wieder runter, was ein Glück für uns war.

Die Sonne kam doch noch raus!

Wir hatten vom Dach einen weiten Panoramablick und sahen einen Wald von Tempeln, Pagoden und dahinter eine riesige rote Sonne. Ich dachte, ich träume, so schön war es. Die „Götter“ haben diese schönen Tempel und Pagoden gebaut. Fast menschenleer konnten wir in Ruhe den Sonnenuntergang genießen.

Was für ein weiterer wunderbarer Tag der zu Ende ging.

5. Tag
Heute stand auf unserem Programm von Bagan aus die Besichtigung des „Mount Popa“. Dies ist ein zylinderförmiger Berg, der sich aus der flachen Ebene erhebt. Der Berg wird als Wohnsitz von Myanmars mächtigsten Geistern angesehen.

Die Fahrt dorthin dauert ohne Pause circa 1,5 Stunden. Wir hatten jedoch eine Pause bei einem Bauern eingelegt um zu sehen und zu erfahren, wie sie leben und arbeiten. Sie zapfen z.B. den Saft der Palmen, um daraus Zucker oder Alkohol zu gewinnen. Die Umgebung ist sehr schön, der Boden feinsandig und der Bauernhof war sehr idyllisch gelegen. Einen Stop zu machen, lohnt sich in jedem Fall.

Die Fahrt zum Mount Popa ging weiter. Der Ausblick vom Mount Popa ist sehr schön. Der Aufstieg jedoch war sehr anstrengend. Wir wollten den Aufstieg trotzdem unbedingt machen, da wir dachten, wir könnten etwas verpassen. Trotz der Mühen hat sich der Aufstieg für uns gelohnt. Am Gipfel des Berges stehen ein Kloster und ein Tempelkomplex mit einem Altar für die 37 Geister. Es bietet sich eine schöne Aussicht über die Region.

Auf jeden Fall ist die Fahrt zum Mount Popa sehenswert.

Soweit man sich die Anstrengung des Aufstiegs ersparen will, kann man die Aussicht zum Mount Popa vom Hotel Popa Mountain Resort genießen. Das Resort ist sehr schön gelegen, umsäumt von vielen faszinierenden Pflanzen.

Im Resort ließen wir abends den Tag in gemütlicher Runde und bei einem leckeren Essen ausklingen. Wir tauschten angeregt unsere Erlebnisse und Eindrücke der letzten Tage dieser fantastischen Reise aus und stellten überrascht und etwas wehmütig fest, dass wir schon mehr als die Hälfte unserer Reise hinter uns hatten.

Die vergangenen Tage waren wie im Fluge vergangen. Eine bisher wunderschöne Zeit!

6. Tag
Unsere Reise geht weiter und der Tag beginnt mit dem Flug nach Mandalay. Die letzte königliche Hauptstadt Burmas ist immer noch eine der größten Städte in Myanmar und ein kulturelles und spirituelles Zentrum.

Als erstes fuhren nach der Ankunft die „Mahamuni Pagode“ besichtigen. Die Pagode hat mehrere Eingänge, sie ist weitläufig und wird von den Einheimischen gut besucht. Mittelpunkt des Heiligtums ist die hochverehrte „Mahamuni-Statue“.

Vor der Pagode hatten wir einen für burmesische Verhältnisse gut schmeckenden Kaffeemix getrunken. Unsere Reiseleiterin hatte eine Nudelsuppe bestellt. Da wir gerne unterwegs Obst kaufen, hatten wir im Auto noch die Mangos und die Guaven. Diese hatten wir direkt am Stand geschält und gegessen. In Asien sollte man unbedingt viel Obst essen. Dieses kann man überall für wenig Geld kaufen. Da das Obst am Baum reift, schmeckt es viel besser als in die in Deutschland. Außerdem bekommt man für 1 Euro 1 kg Obst.

Das Schöne an Myanmar ist, das die Menschen sehr gläubig sind und Buddha verehren. Sie leben nach der Lehre Buddhas. Alles ist sehr friedlich und harmonisch. Überall sieht man Mönche und Menschen, die ihren Glauben ausleben. Der Buddhismus ist eine friedliche Religion. Er macht den Menschen und das Zusammenleben harmonischer und friedlicher. Man ist nicht gezwungen irgendetwas zu machen. Man sollte im Leben nach der Lehre Buddhas gute Dinge tun, indem man z.B. anderen Menschen hilft. Nur so wird man im nächsten Leben wieder geboren.

Um die Pagode gibt es mehrere Souvenirshops. Nicht nur die Touristen kaufen hier ein, sondern auch die Einheimischen. In Burma kann man sehr gut einkaufen, es gibt viele Holzschnitzereien zu kaufen. Diese sind in Myanmar besonders schön und preiswert. Insbesondere sind sie schöner und preiswerter als in Thailand.

Ich habe während der Reise festgestellt, dass die Touristen wenig einkaufen. Sie klagen sogar, dass sie an zu viel Souvenirshops vorbei kommen. Aber vergessen Sie bitte nicht, Ihr Einkauf sichert die Existenz der Einheimischen. Ich hatte viel eingekauft und viel von den Garküchen gegessen. Ich aß da, wo die Einheimischen auch essen. Erstens Sie erleben viel, zweitens es schmeckt besser als im Hotel und drittens ist es günstiger.

Bei den Garküchen können Sie im ersten Moment einen Schrecken bekommen, da sie nicht besonders gepflegt aussehen. Solange die Gerichte aber alle gekocht sind, können Sie diese jedoch bedenkenlos essen. Ich hatte keine Angst vor dem Essen und hatte „alles“ gegessen und getrunken. Vieles ist auch eine Kopfsache. Wo gibt es leckeres Essen als in Asien? Seien Sie mutig und kaufen Sie das Obst oder essen Sie in den Garküchen!

Im Laufe des Tages besichtigten wir eine weitere Pagode, die „Kuthodaw Pagode“. Hier lagern 729 Marmortafeln mit dem vollständigen Wortlaut der „Tripitaka“, der Lehre Buddhas. Sie gelten als das größte Buch der Welt.

In dieser Pagode hatten wir ein besonderes Erlebnis!

Als wir an einem Gebetshaus Pause machten, kam eine Schar von Nonnen vorbei. In ihrer Begleitung waren kleine Kinder, die Nonnengewänder trugen. Die Farben der Gewänder sind in hellrosa, braun und rot. Die Nonnen huschten vorbei, gingen zum Gebetsaltar, knieten sich hin und sie beteten. Diese Farben, diese Anmutigkeit, der tiefe Glaube in ihnen, hatten mich sehr beeindruckt. Sie beteten für sich und wir durften dabei sein und ihre Gebete miterleben. Sie machten es nicht für die Touristen! Als unsere Reiseleiterin sie ansprach haben sie mit einem Gebetsgesang für uns gebetet. Ihre hellen und weichen Stimmen berührten mich sehr. Ich musste mich zusammenreißen, damit die Tränen nicht rollten.

Danach besuchten wir das „Shwenandaw Kloster“, ein sehr interessantes Kloster, nicht nur als Beispiel für ein traditionelles burmesisches „Holzkloster“, sondern als einziges erhaltenes Gebäude der Mandalay Forts. Ein sehr schönes Kloster, ganz aus Holz gebaut.

Am Abend fuhren wir zum „Mandalay Hill“. Ein einfacher Aufstieg über überdachte Treppen ermöglichte einen weiten Ausblick auf den Palast, die Stadt Mandalay und die mit Pagoden übersäte Landschaft.

Ein schöner Aussichtspunkt, der Sie intensive romantische Bilder und Eindrücke erleben lässt, die Sie lange nicht vergessen werden und die Sie immer wieder an eine schöne Reise erinnern!

7. Tag
Heute machten wir einen Ausflug von Mandalay nach Amarapura, Saigaing und Inwa (Ava).

Alle drei Städte sind ehemalige Königsstädte, wobei jede eine einzigartige Atmosphäre hat. Leider haben die Spuren der Zeit ihr Werk getan, sodass nur noch wenig aus der Königszeit zu erkennen ist.

In „Amarapura“ besichtigten wir den „Mahagandayon Tempel“. Um den Tempel herum befindet sich eine Mönchs-Universität. Es ist wie ein kleines Dorf mit Schlafmöglichkeiten und Gebetshäusern. Hier leben ca. 1.000 Mönche.

Hier konnten wir beobachten wie die Mönche und Novizen ihre Almosen und ihr Essen von den Gläubigen in Empfang nahmen und durften dies auch fotografieren.

Jeden Tag kommen die Gläubigen und spenden das Essen. Die Gläubigen stellen sich in einer Reihe auf, neben ihnen sind riesige Behälter mit Reis und anderen Beilagen. Die Mönche stehen in langen Reihen und kommen nacheinander zum Essensempfang. Alles sieht einstudiert aus. Jeder Mönch weiß was er zu tun hat und wohin er geht. Die Gläubigen füllen dann das Essen in die Behälter der Mönche. Es sah schon fast so aus wie ein Ballett-Tanz. Wir konnten uns nicht satt sehen. Da knapp 1.000 Mönche ihr Essen bekommen, dauerte die Essens-Zeremonie sehr lange. So konnten wir ausgiebig den Anblick genießen.

Wir besichtigten danach einen weiteren Tempel mit einer riesigen goldenen Kuppel, bevor wir mit der Fähre nach „Inwa“ fuhren, das am Ufer des Irrawaddy Flusses gelegen ist. Angekommen in Inwa wartete bereits eine Pferdekutsche auf uns. Wir genossen die friedliche und entspannte Fahrt mit dem Pferdewagen. Die Landschaft längsseits des Weges war schön und idyllisch. Die Kutschfahrt ist auf jeden Fall zu empfehlen.

Unser Ziel war das Holzkloster „Bagaya Kyang“. In diesem Kloster lebt nur ein Mönch. Der Mönch unterrichtet den Kindern im Dorf die Lehre Buddhas und er hilft den Kindern bei den Hausaufgaben.

Später fuhren wir zum „Sagaing Hügel“. Hier hat man einen tollen Blick über die Umgebung. Es ist ein spiritueller Ort. Hunderte von Stupas, Tempel und Nonnenklöster findet man auf dem Saigaing Hügel. Kleine Nonnen, Novizen und Mönche haben wir auf dem Hügel gesehen, die sich hier zur Meditation zurückziehen, aber auch ihre Freizeit dort verbringen und den schönen Ausblick wie wir zu genießen. Ein wundervoller Ort, sehr friedvoll und anmutig.

Am späten Nachmittag fuhren wir zurück nach Amarapura zur „U Bein“ Brücke. Hier ist die Landschaft fantastisch. Der Dorfvorsteher hatte Bauteile vom alten Palast genommen um die Brücke zu bauen. Die Brücke ist 1,2 km lang und sehr schlicht gebaut. Die Brücke wird von vielen Stelzen getragen. Der Brückenweg ist aus einfachem Holz und die Brücke hat kein Geländer zum Festhalten. Das Wasser darunter ist nicht tief, aber klar und sauber. Auf der Brücke herrscht eine hohe Besucherfrequenz.

Die Menschen hier sind eher ausgelassen, sie angeln Fische oder schwimmen im Fluss. Zum Abend hin ist die Stimmung sehr romantisch.

Wir sind bis zur Mitte der Brücke gegangen. Von dort holt uns ein Boot ab, um zum Ufer zu fahren. Unterwegs hielt das Boot noch an, damit wir den Sonnenuntergang genießen können.

Das war wunderbar: Ein Erlebnis, welches ich nicht vergessen werde.

8. Tag
Unser heutiger Reisetag beginnt nachmittags mit dem Flug von Mandalay nach Heho und anschließendem Transfer von Heho zum Inle See.

Der Inle See liegt auf einer Anhöhe. Daher ist es hier oben angenehm kühler als unten im Tal. Wenn Sie im Herbst oder im Winter verreisen, sollten Sie für den Inle See warme Kleidung mitbringen.

Da der Flug am Nachmittag war haben wir heute, nach dem wir im Hotel ankamen, kein weiteres Programm.

Übernachtung im Hotel Aurerum Palace. Ein schönes Hotel mit riesigen Zimmer, ca. 90 qm groß.

Entspannt saßen wir am Pool und genossen unseren Cocktails mit Blick auf den Inle See.

Ein Tag, der nur der Ruhe und Entspannung diente, sowie der Vorfreude auf den letzten aufregenden Tag unserer Rundreise.

Wir haben gut geschlafen, in diesem bezaubernden Land. Myanmar das Land der Stille und Ruhe.

9. Tag
Auch heute ist wieder einmal ein solcher Tag, an dem wir tolle Sachen erleben dürfen.

Wir besichtigen heute einen Markt, die PHAUNG DAW OO PAGODE und ein Intha Dorf am See mit dem Indein Pagodenwald, auch als Shwe Inn Thein Pagoden bekannt.

Der Inle See ist sehr groß, ein stilles Gewässer, bedeckt mit schwimmenden Vegetationsinseln. Die hohen Shan-Berge säumen den See auf beiden Seiten. Unzählige und historische Sehenswürdigkeiten findet man in der Umgebung.

Um zu den Besichtigungspunkten zu gelangen, muss man jeweils mit dem Longtail- Boot fahren. Während der Bootsfahrt konnten wir die Fischer bei der Arbeit beobachten und die spektakuläre Aussicht genießen. Auch macht es Spaß mit dem Longtail-Boot zu fahren, da man so die Aussichten links und rechts pur genießen kann und immer umweht uns dabei ein frischer Wind.

Da die Intha-Bewohner verstreut am Inle See leben, ist der Markt neben dem PHAUNG DAW OO PAGODE ein Hauptanziehungspunkt für die Bewohner. Zum Markt kommen auch die Pa Oh Frauen aus den Bergen um Ihre Produkte wie z.B. Gemüse, das sie selbst angepflanzt haben, zu verkaufen. Der Markt ist authentisch, hier gibt es vielerlei Sachen zu kaufen.

Später fuhren wir nach Indein. Ein spiritueller Ort mit unzähligen Pagoden. Zunächst besuchten wir eine kleine Pagodenruine. Da die Pagoden frei zwischen den Bäumen liegen und man die Naturgeräusche hört, wie z.B. zirpenden Grillen, ist dies ein schöner Rundgang in der Natur.

Um zum „Pagodenwald“ zu gelangen, geht man viele Treppen hinauf. Links und rechts umsäumt von Souvenirläden. Es ist auch nicht schlecht, dass es so viele Läden gibt, so konnte man den schweißtreibenden Aufstieg verlangsamen, indem man links und rechts schaut und man von den Waren abgelenkt wird.

Oben angekommen wurden wir mit einem herrlichem Blick belohnt. Und wieder kam ich aus dem Staunen nicht mehr heraus. Unzähligen von Pagoden und Stupas liegen auf dem Berggipfel. Teilweise sind sie überwuchert und zum Teil neu restauriert. Zu unserem Glück waren wir fast die Einzigen dort, so dass wir den Anblick für uns alleine genießen konnten.

Die Szenarien aus dem Mystischen und dem nicht mehr aus dem Traum erwachen wollen, machten mich wieder ganz sprachlos, überglücklich und auch dankbar, dass ich dieses tolle Erlebnis genießen durfte. Wir konnten die Stille in uns aufnehmen.

Schwache Windbrisen bewegten die kleinen Glöckchen auf den Pagodenspitzen, sie bimmeln friedvoll vor sich hin. Die Landschaft ringsum ist einfach sehr beeindruckend. Als wir zurück waren, kamen wir an einem Lokal an, wo die Dorfbewohner selbst essen gehen.

Wie man aus den vorherigen Erzählungen heraus hört, sind wir Reisende, die nicht vor dem Fremden scheuen, sondern ehr sogar danach suchen. Wir hatten unsere Leiterin ausdrücklich gesagt, wir möchten nicht in die Touristenrestaurants essen. So entschieden wir uns, beim Dorfrestaurant zu bleiben. Und es war wieder ein Volltreffer! Nach dem wir dort Platz nahm, sahen wir wie gegenüber von uns, wie ein Schar von Pa Oh Frauen ein Bad am Flussufer nahmen.

Die Frauen kamen aus den Bergen, dort gibt es kein fließendes Wasser, so nutzen Sie die Gelegenheit aus, nach getaner Arbeit, sich hier zu waschen. Sie haben alle die gleichen Kleider und gleichen Kopfgewände an. Die Kleider sind in schwarz, luftig geschnitten und mit kleinen Mustern verziert. Auch waschen sie hier ihre Wäsche. Kinder plantschen und tollten im Wasser herum. Ein schöner Anblick.

Es war so lustig im Esslokal, ein paar Pa Oh Frauen beobachten uns heimlich und wir sie! Wir hatten uns gegenseitig bestaunt! Mich hielten sie für eine koreanische Schauspielerin, wahrscheinlich durch meine helle Hautfarbe. Und wir fanden sie toll, wie sie ihre Traditionen leben. Es herrschte die ganze Zeit eine gewisse Spannung in der Luft. Wir haben wieder einmal etwas Authentisches erlebt und Pa Oh Frauen gesehen, die wahrscheinlich nicht verstanden, warum wir in ihrem Lokal aßen. Zu essen gab es die Chan-Nudeln, ein typisches Nudelgericht in dieser Gegend. Sie haben hervorragend geschmeckt.

Nach dem die Frauen mit dem Baden und der Wäsche fertig waren, versammelten sie sich um unserem Essenstand herum. Sie warteten auf ihren Pickup, der sie wieder zum Dorf brachte. Früher mussten sie ganze Tage Fußmarsch in Kauf nehmen, heute können sie sich die Fahrt leisten.

Hin und wieder wurde ein Plausch zwischen den Pa Oh- Frauen und uns geführt, wobei unsere Reiseleiterin für uns übersetzte. Es gab viel Gelächter bei allen Beteiligten.

Süß fand ich eine Frau, die uns zum Schluss fragte, ob wir mit ihnen nach Hause fahren möchten. Wir bedankten uns und sagten höflich „nein“. So stiegen sie alle in den Pickup, beladen mit Waren, die sie im Dorf kauften oder tauschten und fuhren davon. Zurück blieb uns ein unvergessliches Erlebnis.

Fazit: Trauen Sie sich zu essen, wo auch die dort lebenden Menschen essen gehen. Gehen Sie dort hin, wo kein normaler Tourist hin geht, seien Sie neugierig, probieren Sie einfach mal was Verrücktes aus. Wenn Sie Glück haben, werden Sie auch solche tolle Erlebnisse wie wir erfahren.
Schlusswort

Die Reise war fantastisch. Ich konnte sehr viele schöne Momente und Eindrücke mitnehmen. Die Menschen und der Buddhismus verleihen dem Land Myanmar etwas Besonderes.

Alles wirkt friedvoll, verbunden mit der wunderschönen Landschaft. Im Ganzen gesehen perfekt! Ich bin schon sehr viel unterwegs gewesen, aber Myanmar hat mich umgehauen.

Noch während der Reise kamen mir immer mal wieder Tränen, weil ich nicht glauben konnte, wie schön das Land ist. Jeder Tag war wunderbar. Es gab keine einzige Sekunde, wo man denken könnte „dies ist mal nicht gut“.

Wenn Sie weltoffen und eine Liebe zum Buddhismus haben, ist Myanmar ein „Muss“ für Sie.

Oft liegt es auch an einem selbst, wie man mit der Reise umgeht. Ist man offen, ist man neugierig und hat keine Scheu vor dem Fremden, sondern versucht Positives zu sehen und Negatives außen zu lassen und geht man auf die Menschen zu, dann wird die Reise nicht nur phantastisch, sondern wundervoll. Genau dies hatten wir getan. Die positiven Einflüsse und Erlebnisse haben wir tief in uns aufgenommen, weil wir positiv eingestellt und jeden Tag dankbar für die wunderschönen Erlebnisse waren.

Wenn Sie die Wärme vertragen, empfehle ich Ihnen in der Nebensaison zu reisen, die wäre von April bis September. Die Hotels haben bessere Raten, die Besichtigungspunkte/-orte sind fast leer von Touristen und dies hatten wir richtig genossen. Oft konnten wir die Tempel oder andere Sehenswürdigkeiten für uns alleine genießen.

Das ist auch ein Punkt, welcher unsere Reise zu einem besonderen Erlebnis machte.

Wenn Sie mehr Geld ausgeben können, empfehle ich Ihnen eine Privatreise zu buchen. Die Privatreise ist viel schöner als eine Gruppenreise. Alles ist individuell und wird mit Ihnen abgestimmt. Unsere Reise war eine Privatreise, welche Sie selbstverständlich über Vietnam Adventure buchen können.

Ich werde sehr oft zurück an diese Reise denken, denn sie war etwas Besonderes!

Sie hat mich sehr berührt. Einfach wunderbar! Ich werde bestimmt wiederkommen!